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Maritime Graphics
Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD
Überblick
Die Abteilung „Maritime Graphics“ erarbeitet Lösungen für die maritime Wirtschaft. Kunden aus den Bereichen Schiffbau, Schiffsbetrieb und Meerestechnik/Meeresforschung profitieren von den zukunftsweisenden Entwicklungen. Die Forscherinnen und Forscher helfen dabei, interaktive Computergraphik für alle Bereiche der maritimen Industrie, wie zum Beispiel virtuelle Trainingsumgebungen und Unterwasserbildverarbeitung, anzuwenden und greifen bei der täglichen Arbeit auf hochwertig ausgestattete Labore zurück.
Über die Mitgliedschaft in den Branchenverbänden „Center of Maritime Technologies“ und „Gesellschaft für Maritime Technik“, die Einbindung in das „Department Maritime Systeme“ und nicht zuletzt durch die Betreuung des vom Fraunhofer IGD aufgebauten Netzwerks „3D maritim“ stehen die Forscher der Abteilung in engem Kontakt mit den Akteuren der maritimen Branche und haben Zugriff auf ein interdisziplinäres Netzwerk.
Forschungsgebiete
Das virtuelle Schiff im Lebenszyklus
Ausgehend von den Erfahrungen beim Einsatz von Virtueller Realität im schiffbaulichen Engineering, arbeiten die Forscher daran, das Konzept des virtuellen Schiffs auch auf die übrigen Phasen im Lebenszyklus auszudehnen. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Gestaltung möglichst durchgängiger und effizienter Prozesse – auch bei der Anbindung von Simulationen sowie der intuitiven Bedienbarkeit für die vielfältigen Nutzergruppen - von Ingenieuren, Entscheidern und Vertriebsmitarbeitern bis zu Werkern und Schiffsbesatzungen.
Hierfür beherrscht das Fraunhofer IGD die Techniken der Virtuellen und Erweiterten Realität und leistet Forschungsbeiträge in den Bereichen Datenmodelle, Systemarchitekturen und neuartige Autorenwerkzeuge.
Beispiele aktueller Forschung:
MARSPEED
RAMSIS
Unterwasserbildverarbeitung
Die Analyse von Unterwasserbildern unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von herkömmlichen Aufnahmen:
• Starkes Rauschen durch Schwebteilchen im Wasser
• Farbverfälschungen und schlechte Ausleuchtung
durch Dämpfung
• Brechung und Spiegelung am Übergang Wasser-Luft
Diese Besonderheiten gilt es zu berücksichtigen und über geeignete Algorithmen und Verfahren auszugleichen, um zu korrekten Ergebnissen bei Segmentierung, Klassifikation und 3D-Rekonstruktion zu kommen. Unsere Toolbox enthält zahlreiche Computer Vision-Verfahren (Clustering, Tracking, Stereo Vision, Dehazing etc.), die wir beständig weiterentwickeln und an die speziellen Randbedingungen unter Wasser anpassen.
Beispiele aktueller Forschung:
KONKAV
ZooCount
Geschäftsfelder
„Maritime Graphics“ bezeichnet den Einsatz von Visual Computing für die maritime Branche mit den Teilmärkten Schiffbau, Schiffsbetrieb und Meerestechnik.
Der Schiffbau befindet sich weltweit in einem Wandlungsprozess. Um sich in schwierigen Zeiten einen Wettbewerbsvorteil zu sichern, muss die deutsche Schiffbauindustrie mit Reedereien, Werften und Zulieferern neue Wege gehen. Insbesondere in Deutschland richtet sich der Fokus auf Spezialschiffe mit hohen technischen Ansprüchen. Techniken der Virtuellen und Erweiterten Realität helfen, optimale Lösungen für anspruchsvolle Produkte zu finden und diese kostengünstig zu produzieren.
Der Einsatz des Visual Computing endet aber nicht bei der Werft, sondern bildet den Auftakt für darauf aufbauende Lösungen. Diese reichen von virtuellen Trainingsumgebungen für die Schiffsbesatzung, die Assistenz bei Wartung und Reparatur bis hin zu neuen Konzepten wie der 3D-Seekarte oder der Schiffsbrücke der Zukunft.
Interessante Einsatzgebiete liegen auch auf dem Gebiet der Meerestechnik und Meeresforschung. Sei es die Analyse von Messdaten mittels Visual Analytics, die Detektion von Lecks in Pipelines oder von Manganknollen am Meeresboden: Visual Computing unterstützt die junge, dynamische Branche bei der Erforschung der Meere und der wirtschaftlichen Nutzung zur Lösung globaler Herausforderungen.

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